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"Kinder schaffen Wissen" - neue Plattform für Online-Studien

11. November 2020

Corona verändert zurzeit überall das Arbeitsleben – auch in der Wissenschaft. Studien, die beispielsweise mit Beobachtungen, Eyetracking oder ähnlichen Forschungsmethoden arbeiten, sind für neue Erkenntnisse in der Entwicklungspsychologie unerlässlich. Doch Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen erschweren es aktuell massiv, Studien in den Forschungszentren durchzuführen. Nachdem die Probandenforschung corona-bedingt fast vier Monate lang ruhte, fingen die Forscherinnen und Forscher im Juli wieder mit den ersten Studien an. Für die Durchführung der Studien wurde ein strenges Hygienekonzept erarbeitet und zwischen Juli und Oktober konnten bereits mehrere Studien vor Ort und teilweise auch schon online durchgeführt werden, wie Katja Kirsche, die Forschungskoordinatorin des Leipziger Forschungszentrums für frühkindliche Entwicklung, berichtet: „Wir haben sehr ambitioniert wieder losgelegt und waren sehr traurig, als die Probandentestungen aufgrund der neuen Verordnungen seit Anfang November wieder ausgesetzt wurden. Da es momentan schwer absehbar ist, wann wir wieder vor Ort testen dürfen, steigen wir nun verstärkt auf online um“ erzählt sie.

 Um dieses Problem zu lösen, haben sich viele Forschungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengetan, um eine Plattform für Online-Studie ins Leben zu rufen – „Kinder Schaffen Wissen“. Beteiligt sind unter anderem das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, die Universität Wien und das Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung.

Statt beispielsweise zu uns ins Forschungszentrum zu kommen, können Eltern und ihre Kinder auf der Plattform anmelden und dann von zuhause aus an verschiedenen Studien teilnehmen. Sie erhalten zu jeder Studie umfangreiche Einsicht in den Forschungszweck und den Ablauf, so dass sie entscheiden können, ob sie mit ihren Kindern teilnehmen möchten. Die Studien, die in dem Portal angeboten werden, halten sich alle an die Ethikrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs).

Die Forschungsprojekte sind dabei ganz unterschiedlich. Sie behandeln zum Beispiel Sprachverständnis, soziales Lernen, soziale Aufmerksamkeit etc. Je nach Projekt können die Eltern beispielsweise einen Fragebogen ausfüllen oder Aufgaben flexibel mit ihrem Kind beginnen. Bei einigen Projekten werden gesonderte Termine mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Studie ausgemacht. Die Länge der Studien variiert zwischen 15 und 45 Minuten. Neben genügend Zeit wird nichts weiter benötigt als ein Laptop oder Computer mit einer Kamera und einem Mikrofon.

Auch Mitarbeiterinnen des Leipziger Forschungszentrums für frühkindliche Entwicklung werden eine Studie auf der Plattform platzieren, um mehr Eltern und Kinder für Studien zu erreichen. Katja Kirsche erläutert, worum es in dem Projekt genau geht: „Ende November starten wir eine Online-Interviewstudie mit Kindern im Alter von 5 – 15 Jahren. In dem Projekt möchten wir mehr darüber herausfinden, die Kinder und Jugendliche Ungleichheiten, zum Beispiel unfaire Verteilung von Ressourcen in ihrem Alltag erleben. Das zum Beispiel kann Spielzeug oder Urlaube betreffen.“, Dabei geht es vor allem um die Erzählungen der Kinder über ihre eigenen Erfahrungen zu diesem Thema und auch ihre Beobachtungen, wie aus ihrer Sicht andere Kinder Ungleichheiten erleben. „Der erste Schritt ist wirklich, erst einmal herauszufinden, was Kinder denn als ungleich oder unfair empfinden. Wir rechnen damit, dass die Erzählungen bei den jüngeren Kindern anders sein werden als bei den älteren. Für die Teilnahme an der Studie bekommen die Kinder und Jugendlichen ein kleines Geschenk von uns zugeschickt“ berichtet Katja Kirsche.

Wenn Sie Interesse haben, mit Ihrem Kind an dieser oder anderen Studien teilzunehmen, finden Sie hier weitere Informationen: https://kinderschaffenwissen.eva.mpg.de/

Bild: pixabay

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