Zentrum

Das Leipziger Forschungszentrum für
frühkindliche Entwicklung (LFE) im Profil

Bei Interesse an einer der Ausschreibungen wenden Sie sich bitte an die jeweiligen Projektverantwortlichen.
Studierende des M.Sc. Early Childhood Research finden hier die Richtlinien zur Anfertigung einer Masterarbeit.

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Thema: „Emotionen im Zusammenhang mit Moral“

Menschen zeigen eine Reihe von Emotionen wie Scham, Schuld, Bedauern und Stolz, die schon früh in der Ontogenese auftauchen und die Qualität der kooperativen Beziehungen von Kindern zu ihren Altersgenossen stark beeinflussen.

Innerhalb dieses breiten thematischen Rahmens bieten wir Projekte an, die sich mit den folgenden Forschungsfragen befassen (aber nicht darauf beschränkt sind):

  • Wie fühlt es sich an, das moralisch Richtige zu tun?
  • Wie werden Schuld, Stolz, Bedauern und Scham in der frühen Kindheit ausgedrückt?
  • Erleben Kinder positive Emotionen als Reaktion darauf, dass anderen geholfen wird?
  • Wie nehmen Kinder moralische Emotionen in anderen wahr?

Geplanter Zeitraum für die Durchführung des Studiums und die Erstellung der Masterarbeit: 8 bis 10 Monate.

Projektverantwortlicher: Robert Hepach

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Thema: „Individuelle Unterschiede in kindlicher Prosozialität“

Kinder helfen nicht immer, auch wenn sie und andere von kooperativen Beziehungen profitieren können. In einer laufenden Arbeit untersuchen wir individuelle Unterschiede, die vorhersagen, ob und wie viel Kinder motiviert sind, anderen zu helfen.

Wir bieten Projekte an, die sich mit den folgenden Forschungsfragen befassen (aber nicht darauf beschränkt sind):

  • Verändert sich die Motivation zu Helfen im Laufe der Entwicklung? Sind Jugendliche weniger motiviert zu helfen, als Kinder?
  • Was sind Marker für gefühlloses Verhalten?
  • Sind funktionelle soziale Beziehungen für Kinder intrinsisch belohnend und gibt es Unterschiede bei klinischen Populationen mit sozialen Angststörungen?

Geplanter Zeitraum für die Durchführung des Studiums und die Erstellung der Masterarbeit: 8 bis 10 Monate.

Projektverantwortlicher: Robert Hepach
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Thema: „Kindliches Wohlbefinden in pädagogischen Kontexten“

Kinder gehen schon früh in den Kindergarten. Während viele Methoden die kognitive Entwicklung von Kindern messen, gibt es nur wenige automatisierte Methoden, um die positiven und negativen Emotionen von Kindern zu erfassen. In einer Forschungsarbeit wollen wir besser verstehen, wie Kindergartenerfahrungen das emotionale Wohlbefinden von Kindern beeinflussen.

Wir bieten Projekte an, die sich mit den folgenden Forschungsfragen befassen (aber nicht darauf beschränkt sind):

  • Können wir das emotionale Wohlbefinden von Kindern im Alltag erfassen?
  • Welchen Einfluss haben Gleichaltrige und Erzieher*innen auf das Wohlbefinden von Kindern?
  • Wie können wir Kinder mit emotionalen Anpassungsproblemen identifizieren?

Geplanter Zeitraum für die Durchführung des Studiums und die Erstellung der Masterarbeit: 8 bis 10 Monate.

Projektverantwortlicher: Robert Hepach

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Thema: „Lernmechanismen“

In diesem laufenden Projekt arbeiten wir mit anderen Forschungsgruppen zusammen, um besser zu verstehen, wie wir Umgebungen gestalten können, die optimale Lernumgebungen für Kinder im Kindergarten, in der Vorschule und in der Schule bieten.

Wir bieten Projekte an, die sich mit den folgenden Forschungsfragen befassen (aber nicht darauf beschränkt sind):

  • Wie schaffen Lehrer*innen eine effiziente und wirkungsvolle Unterrichtsumgebung? Was macht eine*n gute*n Lehrer*in aus?
  • Wie entwickeln Kinder Kategorien wie „gefährlich“ und „ungefährlich“ im Zusammenhang mit dem Lernen über Pflanzen?

Geplanter Zeitraum für die Durchführung des Studiums und die Erstellung der Masterarbeit: 8 bis 10 Monate.

Projektverantwortlicher: Robert Hepach
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Thema: „Bindung bei Kindern & Familien“

Die Bindungstheorie, die erstmals von John Bowlby und Mary Ainsworth in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts beschrieben wurde, postuliert, dass frühe Interaktionen mit wichtigen anderen Menschen – meist primären Bezugspersonen – einen nachhaltigen Einfluss auf die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes haben. Wenn die Bezugspersonen in Not- und Stresssituationen verfügbar und sensibel reagieren, entwickeln Kinder eine positive Repräsentation der Bezugspersonen und die Fähigkeit, soziale Unterstützung hervorzurufen. Diese Merkmale werden mit dem Entstehen einer sicheren Bindung assoziiert. Wenn die Bezugspersonen jedoch nicht verfügbar und nicht sensitiv sind oder auf Unterstützungsgesuche der Kinder unvorhersehbar und inkonsequent reagieren, werden Kinder wahrscheinlich eine unsicher-vermeidende und/oder ängstliche – Bindungsorientierung entwickeln. In den letzten Jahren hat sich ein wachsender Forschungszweig herauskristallisiert, der die oben beschriebenen sicheren vs. unsicheren Bindungsorientierungen auf physiologischer und neuronaler Ebene bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen untersucht. Nichtsdestotrotz sind noch viele Fragen ungeklärt.

Mögliche Forschungsprojekte:

(1) Mitwirkung bei einer fNIRS Hyperscanning-Untersuchung zur Erforschung bio-behavioraler Synchronität von Müttern und Kindern während sozialer Kooperation

  • fNIRS-Daten werden im Winter 2018/19 erhoben
  • Der mütterliche Bindungsstil wird durch Selbstberichtsfragebögen und Verhalten in Situationen sozialer Kooperation (Videokodierung) erfasst
  • Der kindliche Bindungsstil wird mithilfe eines halbstrukturierten Interviews eingeschätzt (Geschichtenergänzungsverfahren)
  • Alter der Kinder: 5 Jahre

(2) Mitwirkung an einem Experiment zu kindlichen physiologischen Reaktionen auf Fotos der Eltern vs. unbekannter Personen

  • Physiologische Daten (Eyetracking, Körperhaltung & EKG) werden Anfang 2019 erhoben
  • Der kindliche Bindungsstil wird mithilfe eines halbstrukturierten Interviews erfasst (Geschichtenergänzungsverfahren)
  • Alter der Kinder: 5-6 Jahre

(3) Analyse von fMRT-Daten von Vätern beim Ansehen von Fotos der eigenen vs. unbekannter Kinder

  • Die fMRT-Daten werden momentan erhoben und können zur Analyse verwendet werden
  • Der väterliche Bindungsstil wird durch Daten aus dem Adult Attachment Interview (AAI) analysiert werden können

Anforderungen:

  • Interesse an dem Thema „Bindung“ in Kombination mit physiologischen und neurowissenschaftlichen Verfahren
  • Technikkenntnisse
  • Fähigkeit zur eigenständigen Planung und Durchführung eines interdisziplinären Projekts
  • Gute soziale Kompetenzen

Für bestimmte Aspekte der erwähnten Projekte sind Deutschkenntnisse vorteilhaft (und für den direkten Kontakt mit den Proband*innen manchmal notwendig), für andere Aspekte sind keine Deutschkenntnisse nötig – individuelle Lösungen sind denkbar.

Projektverantwortlicher: Pascal Vrticka
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Thema: „Überimitation“

Überimitation nennt man das Nachahmen von erkennbar irrelevanten Handlungsschritten. In zahlreichen Experimenten wurde gezeigt, dass Menschen (im Gegensatz zu Menschenaffen wie Schimpansen oder Bonobos) dazu neigen, unnötige Handlungsschritte trotz ihrer offensichtlichen Irrelevanz für das eigentliche Ziel der Aufgabe nachzuahmen. Das Phänomen wird meist untersucht, indem ein Versuchsleiter irrelevante und relevante Handlungen an einem neuen und unbekannten Objekt ausführt. Dieses Objekt ist in der Regel eine transparente Puzzle-Box, in welcher eine Belohnung vorhanden ist. Die relevante Handlung besteht meist darin, eine Klappe oder Tür zu öffnen und die Belohnung mit Hilfe eines Stabes herauszuholen. Die irrelevanten Handlungen reichen von Klatschen bis hin zur Betätigung von Hebeln oder Knöpfen, die keinerlei Funktion haben. Ziel dieser Masterarbeit wird sein zu untersuchen, ob Überimitation mit der Weitergabe von anderem kulturell relevanten Wissen in Verbindung steht. Dieses Projekt soll als gemeinsame Abschlussarbeit von zwei bis drei Student*innen durchgeführt werden.

Teilaufgaben:

  • Literaturrecherche
  • Planung eines geeigneten Studiendesigns
  • Datenerhebung
  • Datenauswertung
  • Verfassen der Masterarbeit

Wir bieten:

  • Aktive Mitarbeit an sozial-kognitiver Forschung
  • Arbeit mit Kindern in Leipziger Kindertagesstätten
  • Intensive Einbindung in alle Stufen des Forschungsprozesses: Planung, Datenerhebung und Datenauswertung
  • Enge und intensive Betreuung während der Arbeit

Anforderungen

  • Studium der Psychologie oder eines verwandten Faches
  • Selbstständiges, engagiertes und verantwortungsbewusstes Arbeiten
  • Fließende Deutsch- und sehr gute Englischkenntnisse

Projektverantwortliche: Hanna Schleihauf und Roman Stengelin

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Thema: „Konsequenzen sprachlicher Ähnlichkeit im Vorschulalter“

Die Masterarbeit knüpft an ein laufendes Forschungsprojekt zu Homophilie (Selbstähnlichkeitspräferenz) am Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung (LFE) in Kooperation mit dem CNRS in Bron (Lyon, Frankreich) an. Untersucht wird, in welchen Situationen Kinder (sprachlich) ähnliche andere Kinder bevorzugen. Dazu werden Kindern im Vorschulalter verschiedene deutsch- und französisch-sprachige Stimuli präsentiert und diese zu ihren Präferenzen befragt. Damit wollen wir heraus finden, in welchen Situationen sprachliche Ähnlichkeit für Kinder wichtig ist und welche Schlüsse sie aus der Sprache ihres Gegenübers ziehen.

Anforderungen:

  • Student*in der Psychologie
  • Interesse und Spaß an entwicklungspsychologischen Inhalten
  • Eigeninitiative, Motivation, Selbstständigkeit
  • Begeisterung für die Arbeit mit Kindern
  • Deutsch oder Französisch auf muttersprachlichem Niveau

Ablauf/Schwerpunkte:

  • Literaturrecherche und –einarbeitung
  • Erhebung von Stimulusmaterial in Leipzig
  • Training für die Durchführung der Studie
  • Studiendurchführung
  • Kodierung und statistische Auswertung der Daten
  • Erstellung einer schriftlichen Abschlussarbeit

Projektverantwortliche: Marie Kaiser

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Thema: „Sozialisation von Intergruppeneinstellungen und Ethnizität in deutsch-deutschen und türkisch-deutschen Milieus“

Die Masterarbeit gliedert sich in ein laufendes Dissertationsprojekt am Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung (LFE) an. Untersucht wird, welche Sozialisationsziele bezüglich Ethnizität und Intergruppenkontakt Eltern mit unterschiedlichen Herkunftsvariablen in Deutschland haben. In einem ersten Schritt werden qualitative Befragungen der unterschiedlichen Gruppen vorbereitet. Daran schließt die Durchführung einer größer angelegten quantitativen Fragebogenstudie an. Im Rahmen des Projektes sind sowohl Praktika als auch Abschlussarbeiten nach Absprache möglich.

Anforderungen:

  • Student*in der Psychologie oder eines verwandten Faches
    (Soziologie, Kulturwissenschaft, Ethnologie)
  • Fundiertes forschungsmethodisches Vorwissen (quantitativ oder qualitativ)
  • Interesse an entwicklungspsychologischen / anthropologischen Inhalten
  • Eigeninitiative, Motivation, Selbstständigkeit
  • Soziale Kompetenz, offenes und freundliches Auftreten im Kontakt mit Eltern
  • Sehr gute Deutsch- oder Türkischkenntnisse

Projektverantwortliche: Marie Kaiser

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Thema: „Kindliches Spielverhalten“

Die Abschlussarbeit ist in ein laufendes Projekt am Leipziger Forschungszentrum für frühkindliche Entwicklung (LFE) eingebunden. Wir möchten herausfinden, ob und wie die Werte einer Kultur mit den Spielen dieser Kultur verbunden sind. Zusammen mit einer Spieledesignerin haben wir das Geschicklichkeitsspiel „KoKo“ entwickelt, welches bereits in einer aktuell laufenden Studie eingesetzt wird. „KoKo“ ist für ein bis zwei Spieler geeignet und kann auf unterschiedliche Weisen gespielt werden (z.B. miteinander oder gegeneinander).
Wir möchten herausfinden, wie Kinder aus Deutschland „KoKo“ intuitiv spielen. Spielen Kinder „KoKo“ miteinander oder gegeneinander? Wie schnell wechseln Kinder zwischen diesen Spielweisen? Welche Regeln entwickeln sie beim Spielen? Diese Fragen möchten wir für 3- bis 5-jährige Kinder durch naturalistische Beobachtungen beantworten. Die Datenerhebung erfolgt in Leipziger Kindergärten.

Die Abschlussarbeit bezieht sich auf die Datenerhebung, -auswertung und Interpretation der Ergebnisse und soll in englischer Sprache verfasst werden.

Ablauf:

  • Literaturrecherche und -einarbeitung
  • Datenerhebung in Kindergärten
  • Datenauswertung und -interpretation
  • Erstellung einer schriftlichen Abschlussarbeit

Voraussetzungen:

  • Student*in der Psychologie mit Interesse an entwicklungspsychologischen Inhalten
  • Begeisterung für die Arbeit mit Kindern
  • Eigeninitiative und Selbstständigkeit
  • Gute Englischkenntnisse

Projektverantwortliche: Sarah Peoples und Theo Toppe