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Sprachprozesse unterstützen die kognitive Leistung

Wir alle denken gelegentlich in Worten. Dies wird als inneres Sprechen bezeichnet. Das innere Sprechen beeinflusst sowohl kognitive Fähigkeiten wie die Planungs- und Problemlösefähigkeit als auch die Selbstregulation bei Kindern und Erwachsenen. Nach Vygotsky (1934/1987) entstehen durch die Internalisierung von Sprache kognitive Strukturen und Prozesse, die situationsabhängiges und reguliertes Handeln ermöglichen. Diese Entwicklung steht in einem engen Zusammenhang mit der individuellen Sprachkompetenz und Kognition. Welche Prozesse dieses Zusammenspiel mediieren ist noch nicht vollends geklärt. Ein besseres Verständnis von zugrunde liegenden Prozessen und Strukturen des inneren Sprechens könnte helfen, um typische und atypische Entwicklungsverläufe von Sprache und Kognition besser verstehen zu können.

Die Studie „Sprachprozesse unterstützen die kognitive Leistung“: Eine Untersuchung des inneren Sprechens bei Kindern und Erwachsenen mit behavioralen, elektrophysiologischen und optischen Methoden soll wichtige Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Sprachkompetenzen, innerem Sprechen und Exekutivfunktionen bei Kindern und Erwachsenen liefern. Ziel ist die Untersuchung des Zusammenhangs von individuellen Sprachkompetenzen und exekutiven Funktionen – vor allem in Problemlöseaufgaben -, mediiert durch das innere Sprechen, bei 5-6 jährigen Kindern. Jedoch ist das Wissen über neuronale Prozesse dieses Zusammenspiels rar. In Kooperation mit der Medizinischen Universität Innsbruck (Labor für Kognitive Neurowissenschaften, Univ.-Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen) untersuchen wir neuronale Korrelate von innerem Sprechen im Vergleich zum externalen Sprechen. Insbesondere wird die Unterscheidung zwischen der Planung und der tatsächlichen Ausführung der externalen und inneren Sprachproduktion bei Kindern unterschiedlichen Alters (6-7- und 8-9-Jährigen) sowie bei Erwachsenen erforscht. Durch die gleichzeitige Anwendung der Elektroenzephalographie (EEG) und der funktionellen Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) untersuchen wir schnell vorkommende Mechanismen sowie die beteiligten Hirnareale bei Erwachsenen und Kindern.

Dr. Catherine Gunzenhauser
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
M.A. Franziska Stephan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin | Doktorandin
Prof. Dr. Henrik Saalbach
Forschungsgruppenleiter