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Soziale Auswahl

Menschen organisieren ihr soziales Leben innerhalb großer und komplexer Systeme von sozialen Gruppen. Sich selbst gleichzeitig als eine Einzelperson und als Mitglied von Gruppen zu definieren ist ein zentraler Aspekt menschlicher Identität. In Zwischengruppen-Kontexten zeigen Menschen eine systematische Tendenz, Mitlieder ihrer eigenen Gruppe („Ingroup“) gegenüber denen anderer Gruppen („Outgroup“) zu bevorzugen. Innerhalb einer Gruppe werden Ähnlichkeiten z.B. über Aussehen oder Verhalten geschaffen, während Unterschiede und Abstand zu Fremdgruppen stabilisiert werden.

Häufig sind solche sozialen Gruppen groß und umfassen hauptsächlich Unbekannte. Daher können die erwähnten Ähnlichkeiten als Kennzeichnung dienen, um Mitglieder der Eigengruppe zu identifizieren. Solche Kennzeichen treten in unterschiedlicher Form wie z.B. Hautfarbe, Sprache und Akzente, oder auch Flaggen, Anstecker oder Frisuren auf. Wir untersuchen die sich entwickelnde Wahrnehmung und Verwendung von Gruppenkennzeichen bei Kindern und die kulturelle Variation von kennzeichenbasierter sozialer Auswahl.

Prof. Dr. Daniel Haun
Direktor || Forschungsgruppenleiter
Cohen, E. (2012) The evolution of tag-based cooperation in humans: the case for accent. Current Anthropology, 53(5): 588-616

Haun, D.B.M. & Over, H., (in press). Like me: A homophily-based account of human culture. In: Richerson, P.J and Christiansen, M., eds. Cultural Evolution. Cambridge, MA, USA: MIT Press

Cohen, E., Haun, D.B.M. (in press). The development of tag-based cooperation via a socially acquired trait. Evolution & Human Behavior.