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Kränkungsgefühl und beleidigtes Verhalten

Kränkungen sind ein schmerzlicher, aber kaum vermeidbarer Bestandteil unserer sozialen Interakionen. Vermutlich erfüllt die Emotion der Kränkung eine sehr wichtige Funktion.
Sie zeigt an, dass wir uns nicht angemessen behandelt fühlen. Dadurch hilft sie uns zu erkennen, dass wir ausgenutzt werden (könnten) – was aus evolutionärer Perspektive in kooperativen Beziehungen dringend notwendig ist, um die Adaptivität von Kooperation zu sichern.

In diesem Projekt soll die Entwicklung der Emotion der Kränkung und das zugehörige Verhalten des Beleidigt-Seins beschrieben und erklärt werden. Dazu wird diese Emotion zunächst auf Grundlage bestehender theoretischer Überlegungen und empirischer Ergebnisse allgemeinpsychologisch charakterisiert und von anderen Emotionen abgegrenzt.

Zentrale Frage dieses Projektes ist die nach der Entwicklung dieser Emotion und dem entsprechenden emotionalen Verhalten des Beleidigt-Seins, die sowohl mittels Beobachtungsverfahren als auch mittels experimentellen Methoden untersucht werden sollen. Erstmals kommen hier non-verbale und behaviorale Maße im Gegensatz zu bloß erlebensbezogenen Maßen (self-report) in der Untersuchung von Kränkung zum Einsatz, die Fragen nach dem ersten ontogenetischen Auftreten, nach der Rolle der Vertrautheit, Sympathie und Dominanz im Zusammenhang mit Kränkung beantwortbar machen.

M.A. David Hardecker
Kränkungsgefühl und beleidigtes Verhalten
Prof. Dr. Daniel Haun
Direktor || Forschungsgruppenleiter
Mills, R. S., Nazar, J., & Farrell, H. M. (2002). Child and parent perceptions of hurtful messages. Journal of Social and Personal Relationships, 19(6), 731-754.

Leary, M. R., Springer, C., Negel, L., Ansell, E., & Evans, K. (1998). The causes, phenomenology, and consequences of hurt feelings. Journal of Personality and Social Psychology, 74(5), 1225.